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Debian Slug Bluez

Hier mal ein kleines HowTo wie man einen Bluetooth Netzzugang für bspw. PDAs über PPP bereitstellt (einiges davon aus der nslu2-linux.org Wiki):

Nach der Installation benötigt man erst mal jede Menge Kernelmodule (evtl. sind nicht alle nötig!):

  • rfcomm
  • bnep
  • l2cap
  • bluetooth
  • ppp_generic
  • ppp_async
  • ppp_deflate
  • crc_ccitt
  • slhc
  • bsd_comp
  • hci_usb

Fehlermeldungen bezüglich update-modules etc. sind wohlwollend zu missachten ...

dpkg --force-architecture -i kernel-module-<module>.ipk

Dann noch die folgenden wichtigen Pakete für Bluetooth und PPP installieren:

apt-get install bluez-utils ppp

Dann erst mal schauen, ob der BT-Stick schon vernünftig funktioniert: Das USB-Modul laden:

modprobe hci_usb

Falls noch nicht bereits passiert, den HCI-Daemon starten

/etc/init.d/bluetooth start

Wenn Bluetooth-Geräte in Reichweite sind, sollten sie nach folgendem Aufruf angezeigt werden:

hcitool scan

Die lokale Bluetooth-Konfiguration findet in /etc/bluetooth/hcid.conf statt. Ich habe die Default-Einstellungen einfach übernommen (security auf auto etc.). Wenn man hier etwas ändert, nicht vergessen, die Bluetooth-Dienste neu zu starten. Den eigenen PIN trägt man einfach in /etc/bluetooth/pin ein. Jetzt sollte man (bspw.) vom PDA aus bereits koppeln können.

Sollte das funktioniert haben, gehts an die Konfiguration des DUN-Daemons (DUN=Dial-Up Networking). Wir erstellen in /etc/ppp/peers eine neue PPP-Konfiguration. In meinem Fall ganz kreativ: /etc/ppp/peers/bluez

 auth
 login
 crtscts
 lock
 local
 proxyarp
 ktune
 192.168.1.77:192.168.1.88
 ms-dns 195.50.140.114

Die erste IP-Adresse (hier .77) wird bei einer Verbindung die (Fake-)Adresse der NSLU, die zweite IP-Adress (hier .88) wird dem mobilen Gerät zugewiesen. Die Adresse hinter "ms-dns" entspricht einem zugänglichen DNS-Server zur Namensauflösung. Der Parameter ktune bewirkt, dass IP-Forwarding beim Verbindungsaufbau aktiviert wird - es muss also nichts weiteres am Routing gedreht werden. Wenn die NSLU für einen Internetzugang konfiguriert ist, ist der Zugriff sofort auch über das angebundene BT-Gerät möglich!

Zum Testen können auch die Parameter "auth" und "login" durch ein einmaliges "noauth" ersetzt werden - der PPP-Zugriff wird damit jedem ermöglicht. Für Zugriffskontrolle muss noch /etc/ppp/pap-secrets angepasst werden: In folgender Zeile:

*       hostname        ""      *

muss der "hostname" durch den echten Hostnamen ersetzt werden (zu finden in /etc/hostname). Der Zugriff auf das Dial-Up-Netzwerk ist jetzt nur noch für lokale User mit eigenem Passwort möglich. (Achtung: der Zugriff als root ist sinnvollerweise standardmässig in der pap-secrets deaktiviert!)

Im letzten Schritt müssen wir noch den DUNd aktivieren - dies geschieht in der Datei /etc/default/bluetooth. Folgende Parameter müssen geändert werden:

 DUND_ENABLED=1
 DUND_OPTIONS="--listen --persist call bluez"

Hinweis: "bluez" ist hier der Name der soeben angelegten PPP-Konfiguration!

Nach einem Neustart der bluetooth-Services

 /etc/init.d/bluetooth restart

dürfte dem Netzzugang per PDA nichts mehr im Wege stehen (hoffentlich...)!

Das zu Anfang geladene USB-Modul soll beim Systemstart noch automatisch geladen werden, also ab in die /etc/modules (Verbesserungen bezüglich Hotplug etc. sind willkommen!):

 hci_usb

Alle Angaben ohne Gewähr, gefährliches Halbwissen nicht ausgeschlossen Ich hoffe, ich habe aus dem Gedächtnis nicht irgendwelche wichtigen Zwischenschritte vergessen ...

Kommentare und Verbesserungen sind willkommen!

Gruß, Florian / trapperjohn


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Zuletzt geändert am 05.09.2008 12:07 Uhr